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Reizdarm - gestörte Darmflora

 

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© Andrey Popov – fotolia.com

Menschen mit Reizdarm haben eine empfindliche Verdauung. Sie reagieren empfindlich auf verschiedene Nahrungsmittel, bei Stress reagieren sie schnell mit Durchfall. Oft ist die Verdauung so durcheinander, dass Durchfall und Verstopfung sich abwechseln. Durch die schlechte Verdauung fühlen sie sich oft müde und geschafft, nicht selten kommen Symptome wie Kopfschmerzen und Schwindel hinzu.

 
Die Schulmedizin betrachtet Reizdarm als psychosomatische Störung

Für die Schulmedizin ist Reizdarm eine Ausschlussdiagnose. Wenn chronische Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn oder auch eine bösartige Veränderung wie Darmkrebs mit Hilfe von Darmspiegelung und Stuhldiagnosen ausgeschlossen werden konnten, wird die Diagnose Reizdarm als psychosomatische Diagnose gestellt. Die Betroffenen sollen in Zukunft ihren Stress reduzieren und ggf.  Schonkost zu sich nehmen.

 
Nahrungsunverträglichkeiten, Dysbiose und gestörtes Darmimmunsystem

Auch wenn Menschen mit Reizdarm häufig stressempfindlich sind und psychosomatische Faktoren eine Rolle spielen können, so ist dieser Ansatz zu kurz gegriffen. Wichtige Ursachen für einen Reizdarm können aus alternativmedizinischer Sicht Nahrungunverträglichkeiten, eine gestörte Darmflora (Dysbiose) und ein geschwächtes Darmimmunsystem darstellen. Diese drei Faktoren treten nicht zufällig gemeinsam auf, sondern begünstigen sich gegenseitig.

 
Bedeutung der Darmflora für das Immunsystem

80 % des Immunsystems befinden sich im Darm. Die sogenannten Peyer-Plaques – eine Ansammlung von lymphatischem Gewebe (ähnlich den Mandeln im Halsbereich) – befinden sich im Dünndarm und verhindern das Eindringen von Giftstoffen und Krankheitserregern.

Mehr als 1000 verschieden Bakterienstämme bevölkern die Darmschleimhaut. Man nennt sie symbiotische oder probiotische Keime, da sie im gegenseitigen Nutzen mit ihrem Wirt, also uns, leben.

Die Darmbakterien unterstützen das Darmimmunsystem in seiner Arbeit, indem sie krankhafte Keime daran hindern sich hier einzunisten und breit zu machen. Denn ist die Darmschleimhaut ausreichend mit gesunden Keimen besiedelt, haben krankhafte Bakterien, Viren und Pilze einfach keinen Platz.

Physiologische, also gesunde Darmbakterien, wie Laktobazillen (Milchsäurebakterien), Bifidobakterien und physiologische Escherichia Coli bauen durch Gärungsprozesse unverdauliche Nahrungsreste ab. Dabei produzieren sie quasi als Nebenprodukt eine große Anzahl von Vitaminen (insbesondere B-Vitamine) und machen teilweise die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe erst möglich.

Neigen Sie neben Reizdarm auch unter Erkältungsneigung oder wiederkehrenden Blasenentzündungen? Dann produziert ihre Darmschleimhaut aufgrund mangelnder physiologischer Darmbakterien möglicherweise zu wenig sekretorisches Immunglobulin A (sIgA).

 

Darmbakterien stimulieren die Bildung von sIgA

Vor allem Escherichia Coli Bakterien können die Bildung von sekretorischem Immunglobulin A, ein schleimhautschützender Antikörper, stimulieren. Und jetzt wird es interessant. Nicht nur die Schleimhäute des Darmes, sondern auch alle anderen Schleimhäute, wie die des Nasen-Rachen-Raumes, des Urogenitaltraktes (also Harnblase- und röhre, sowie Vaginalschleimhäute) bilden diesen Antikörper. Und seine Bildung wird beeinflusst von dem Vorhandensein einer gesunden Darmflora. Somit kann eine Anfälligkeit für Erkältungen, Blasenentzündungen oder Vaginalpilzen auf einen Mangel an sekretorischem IgA und dieser wiederum auf eine gestörte Darmflora zurückzuführen sein.

 
Antibiotika und Konservierungsmittel schädigen die Darmflora

Antibiotika sollen krankhafte Keime – in diesem Fall Bakterien – abtöten. Neben der Beseitigung von Krankheitserregern töten sie leider genau so zuverlässig unsere nützliche und schützende Bakterienflora im Darm. Viele Patienten reagieren daher während einer Antibiotikabehandlung mit Durchfall. Oft regeneriert sich die Darmflora danach von alleine nicht vollständig. Pilze und andere unerwünschte Mikroorganismen mischen sich unter die gewünschten Laktobazillen und Bifidobakterien und stören fortan die Darmgesundheit.

Konservierungsmittel schädigen die Darmflora. Dazu muss man ihre Wirkungsweise verstehen. Sie machen Lebensmittel länger haltbar, indem sie das Keimwachstum verhindern. Das heißt, sie hemmen und töten Bakterien. Leider auch die guten Bakterien unserer Darmflora. Fertignahrung, Wurstwaren, Nahrung aus Konserven und Fast-Food zerschießen auf Dauer unsere Darmflora und schaffen Platz für krankhafte Keime. Chronische Verdauungsstörungen und Reizdarm können die Folge sein.

 
Lebensmittelunverträglichkeiten

Eine Reizdarm kann auf einer Lebensmittelunverträglichkeit beruhen. In Frage kommen Unverträglichkeiten auf Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose). Beides sind Kohlenhydrate die zur ihrer Verdauung Enzyme brauchen. Fehlen die nötigen Enzyme, gelangen die Zuckermoleküle in den Dickdarm und werden von Darmbakterien vergoren. Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen sind die Folge.

Aber auch Nahrungseiweiße auf die wir allergisch oder unverträglich reagieren, können zur Entstehung eines Reizdarms beitragen. Häufig sind Reaktionen auf Gluten aus Getreideprodukten oder auf Kasein, ein Milcheiweiß, das in praktisch allen Milchprodukten vorkommt. Aber auch viele andere Lebensmitteleiweiße können problematisch sein. Erkennt unser Immunsystem diese als fremd, setzt eine Abwehrreaktion ein, sprich eine Entzündungsreaktion. Diese kann den Darm lokal stören, aber auch unser Immunsystem insgesamt belasten, wodurch dann weniger Kapazitäten bestehen um andere Krankheitserreger und Giftstoffe abzuwehren. Die Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit für akute Infekte, aber auch chronische Krankheiten können bei vorhandener Disposition durch diese ständigen Entzündungen und zunehmende Giftbelastung in Erscheinung treten.

 
Was wir für Sie tun können
  • Mikrobiologischer und mykologischer Florastatus: Mit welchen gesunden oder auch krankhaften Keimen ist die Darmflora beschaffen?-> darauf folgt ggf. die Verordnung spezieller Probiotika.
  • Nachweis der Darmimmunität über sIgA -> darauf folgt ggf. die Verordnung von physiologischen E. coli Stämmen.
  • Nachweis der Funktion der Darmbarrieren über alpha-1-Antitrypsin und Diagnose eines Leaky-gut-Syndroms -> therapiert wird dieses mit speziellen schleimhautstabilisierenden Maßnahmen.
  • Test von bis zu 270 Lebensmitteln auf Lebensmittelallergien (IgE-Antikörper) – und Unverträglichkeiten (IgG-Antikörper) und Erstellung eines Ernährungsplans.
  • Test auf Fruktose- und Laktoseintoleranz.
  • Allgemeine Ernährungsberatung bei Reizdarm.
  • Homöopathische Behandlung und Coaching zur Stressbewältigung
Laborgestützte medizinische Diagnostik und ganzheitliche Behandlung
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