ADHS Selbsttest für Erwachsene: Habe ich ADHS?

Viele Erwachsene leiden unter Konzentrationsproblemen, innerer Unruhe oder Schwierigkeiten im Alltag – ohne zu wissen, dass ADHS dahinterstecken könnte. Da sich ADHS im Erwachsenenalter oft anders äußert als im Kindesalter, bleibt die Störung häufig lange unerkannt.

ADHS Selbsttest für Erwachsene: Habe ich ADHS?

Dieser Selbsttest hilft Ihnen, typische Symptome strukturiert zu erfassen und besser einzuordnen. Er ersetzt keine Diagnose, kann jedoch ein erster wichtiger Schritt sein, um wiederkehrende Muster zu erkennen.


ADHS Selbsttest für Erwachsene (orientierend)

Bitte bewerten Sie die folgenden Aussagen bezogen auf die letzten 6 Monate.

Antwortmöglichkeiten:

  • 0 = trifft nicht zu
  • 1 = trifft teilweise zu
  • 2 = trifft häufig zu

Die Fragen orientieren sich an typischen Symptomclustern der ADHS im Erwachsenenalter, insbesondere in den Bereichen Aufmerksamkeit, Impulsivität und Alltagsorganisation.


Aufmerksamkeitsprobleme

Diese Fragen beziehen sich auf Ihre Fähigkeit, Aufmerksamkeit gezielt zu steuern und Aufgaben über längere Zeit hinweg umzusetzen.

  • Ich habe Schwierigkeiten, mich über längere Zeit zu konzentrieren
  • Ich lasse mich leicht durch äußere Reize ablenken
  • Ich beginne Aufgaben, bringe sie aber oft nicht zu Ende
  • Ich habe Probleme, meine Aufgaben zu strukturieren oder zu planen
  • Ich vergesse Termine oder Verpflichtungen

Impulsivität und innere Unruhe

Hier geht es um innere Spannungszustände und spontane Reaktionen, die schwer kontrollierbar sein können.

  • Ich fühle mich innerlich unruhig oder „getrieben“
  • Ich habe Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen oder abzuschalten
  • Ich treffe Entscheidungen spontan, ohne sie ausreichend zu durchdenken
  • Ich unterbreche andere häufig oder falle ins Wort

Organisation und Alltag

Diese Fragen betreffen typische Herausforderungen im Alltag, die häufig bei ADHS auftreten.

  • Ich habe Schwierigkeiten mit Zeitmanagement
  • Ich schiebe wichtige Aufgaben regelmäßig auf (Prokrastination)
  • Ich verliere häufig den Überblick über mehrere Aufgaben
  • Ich fühle mich im Alltag schnell überfordert


Auswertung des ADHS Selbsttests

Addieren Sie die Punkte aller Fragen, um eine erste Einschätzung zu erhalten.

0–10 Punkte:
Die Symptomatik ist eher unauffällig. ADHS ist in diesem Bereich weniger wahrscheinlich, sofern keine einzelnen stark ausgeprägten Probleme bestehen.

11–18 Punkte:
Es zeigen sich Hinweise auf mögliche Aufmerksamkeits- oder Regulationsprobleme. Eine genauere Beobachtung oder weiterführende Abklärung kann sinnvoll sein.

19–26 Punkte:
Es bestehen deutliche Hinweise auf eine ADHS-typische Symptomatik. Eine fachkundige und strukturierte Diagnostik wird empfohlen.

Wichtig ist: Neben der Punktzahl spielt eine zentrale Rolle, ob die Symptome über längere Zeit bestehen und mehrere Lebensbereiche betreffen, z. B. Beruf, Alltag oder Beziehungen.


Wichtiger Hinweis zur Interpretation

Die in diesem Selbsttest verwendeten Fragen orientieren sich inhaltlich an etablierten Screening-Instrumenten wie der ASRS (Adult ADHD Self-Report Scale) sowie an diagnostischen Kriterien aus dem DSM-5 (vgl. WHO, Harvard Medical School, CDC).

Gleichzeitig handelt es sich bewusst um eine vereinfachte und praxisnahe Adaptation. Die originalen Instrumente arbeiten mit differenzierteren Antwortskalen und spezifischen Auswertungsalgorithmen, die hier nicht vollständig abgebildet werden.

Dieser Selbsttest dient daher ausschließlich der ersten Einordnung von Symptommustern und kann eine fachliche Diagnostik nicht ersetzen.


Was bedeutet ein auffälliges Ergebnis?

Ein erhöhtes Testergebnis ist kein Beweis für eine ADHS-Diagnose. Die beschriebenen Symptome können auch bei anderen Zuständen auftreten, etwa bei chronischem Stress, Burnout, Depression oder Schlafstörungen.

Gleichzeitig ist ein auffälliges Ergebnis ein wichtiger Hinweis, wenn sich bestimmte Muster über längere Zeit wiederholen. In diesem Fall lohnt sich eine weiterführende Abklärung, um die Ursachen differenziert zu betrachten.

Mehr zu typischen Symptomen und Ursachen finden Sie hier:
👉 ADHS verstehen: Symptome und Ursachen

Wann sollten Sie eine Diagnostik durchführen lassen?

Eine Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn:

  • die Symptome seit längerer Zeit bestehen
  • mehrere Lebensbereiche betroffen sind
  • ein spürbarer Leidensdruck vorhanden ist
  • bisherige Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben

Eine fundierte Diagnostik schafft Klarheit und bildet die Grundlage für eine gezielte Therapie.

Mein Ansatz: ADHS ganzheitlich verstehen

In meiner Praxis betrachte ich ADHS nicht nur als isolierte neurobiologische Störung, sondern als komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Neben der klassischen Diagnostik berücksichtige ich insbesondere:

Ziel ist es, nicht nur Symptome zu erfassen, sondern die zugrunde liegenden Ursachen zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Fazit

Der ADHS Selbsttest kann ein erster Schritt sein, um typische Muster zu erkennen und die eigene Situation besser einzuordnen. Eine fundierte Diagnostik ist jedoch entscheidend, um Klarheit zu gewinnen und eine individuell passende Therapie zu entwickeln.


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👉 Mehr über mich und meinen Ansatz


Dieser Selbsttest dient der Orientierung und ersetzt keine medizinische oder heilpraktische Diagnose.


Quellen

ASRS (Adult ADHD Self-Report Scale)

👉 Offizielle Infos + Fragebogen (WHO)

👉 Alternativ (Harvard Medical School / WHO Kontext)

DSM-5 Kriterien (ADHS)

👉 Übersicht der diagnostischen Kriterien

👉 Ausführliche Beschreibung der Kriterien


Bild von Reinhard Clemens

Über den Autor

Reinhard Clemens

Reinhard Clemens ist Heilpraktiker für funktionelle Medizin in Berlin-Schöneberg und Gründer der RC Naturheilpraxis. In seiner Arbeit verbindet er moderne Labordiagnostik mit Mikronährstoffmedizin, Darmmedizin und mitochondrialer Medizin. Schwerpunkte seiner Praxis sind unter anderem: Funktionelle Darmdiagnostik und Reizdarmsyndrom, Mikronährstoffmedizin und orthomolekulare Therapie, mitochondriale Medizin und chronische Erschöpfung, individuelle Labordiagnostik zur Ursachenanalyse chronischer Beschwerden, ganzheitliche Betrachtung neurobiologischer Beschwerden, insbesondere ADHS. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung komplexer chronischer Beschwerden und legt besonderen Wert auf eine individuelle, ursachenorientierte Diagnostik. In seinen Artikeln erklärt er biochemische Zusammenhänge verständlich und zeigt ganzheitliche Therapieansätze aus der funktionellen Medizin.