ADHS verstehen: Ursachen, Symptome und ganzheitliche Behandlung
ADHS wird häufig vor allem als Störung von Neurotransmittern wie Dopamin betrachtet. Doch das Nervensystem ist komplex. Neben neurochemischen Prozessen können auch Faktoren wie Zellenergie, Mikronährstoffe, Blutzucker, Schlaf und Lebensstil eine Rolle spielen. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Symptome typisch sind, welche Ursachen diskutiert werden und wie eine ganzheitliche Behandlung von ADHS aussehen kann.
ADHS verstehen: Ursachen, Symptome und ganzheitliche Behandlung
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) gehört zu den häufigsten neuropsychologischen Diagnosen bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen. Die Störung wird meist mit Symptomen wie Konzentrationsproblemen, innerer Unruhe, Impulsivität oder schneller Ablenkbarkeit in Verbindung gebracht.
In der klassischen Medizin wird ADHS häufig vor allem als Störung bestimmter Neurotransmitter im Gehirn, insbesondere des Dopaminsystems, verstanden. Entsprechend konzentrieren sich viele Behandlungsansätze auf Medikamente, die diese Signalstoffe beeinflussen.
Doch das Nervensystem ist komplex. Neben Neurotransmittern können auch biologische Faktoren wie Stoffwechselprozesse, Ernährung, Schlaf oder Mikronährstoffe eine Rolle für die Funktionsweise des Gehirns spielen.
In meiner Praxis als Heilpraktiker in Berlin beschäftige ich mich häufig mit Patienten, die unter Konzentrationsproblemen, mentaler Erschöpfung oder ADHS-ähnlichen Symptomen leiden. Dabei zeigt sich immer wieder, dass eine ganzheitliche Betrachtung des Körpers und des Nervensystems hilfreich sein kann, um mögliche Einflussfaktoren besser zu verstehen.
Diese Seite soll einen Überblick darüber geben, wie ADHS entsteht, welche Symptome typisch sind, welche biologischen Faktoren eine Rolle spielen können und wie eine ganzheitliche Behandlung aussieht.
Was ist ADHS?
ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Es handelt sich um eine neurologische beziehungsweise neuropsychologische Entwicklungsstörung, die sich durch drei zentrale Symptomgruppen auszeichnen kann:
- Aufmerksamkeitsprobleme
- Impulsivität
- Hyperaktivität oder innere Unruhe
Nicht alle Betroffenen zeigen alle Symptome gleich stark. Bei manchen Menschen steht vor allem die Unaufmerksamkeit im Vordergrund, bei anderen eher motorische Unruhe oder impulsives Verhalten.
ADHS wird in der Regel anhand von klinischen Kriterien und Verhaltensbeobachtungen diagnostiziert. Dazu gehören standardisierte Fragebögen, Gespräche mit Patienten und Angehörigen sowie die Bewertung von Symptomen über einen längeren Zeitraum.
Ein eindeutiger Labortest zur Diagnose von ADHS existiert derzeit nicht.
Typische Symptome von ADHS
Die Symptome von ADHS können sich sehr unterschiedlich äußern und verändern sich häufig im Laufe des Lebens.
Zu den häufigsten Beschwerden gehören:
- Konzentrationsprobleme - Viele Betroffene haben Schwierigkeiten, sich über längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Besonders monotone Tätigkeiten können schnell zu Ablenkung oder mentaler Ermüdung führen.
- Impulsivität - Impulsives Verhalten kann sich darin zeigen, dass Entscheidungen schnell und ohne längere Überlegung getroffen werden oder dass es schwerfällt, auf etwas zu warten.
- Innere Unruhe - Während Kinder mit ADHS oft körperlich sehr aktiv sind, berichten Erwachsene häufig eher von innerer Unruhe oder einem ständig aktiven Gedankenfluss.
- Reizüberflutung - Manche Betroffene reagieren empfindlicher auf äußere Reize wie Geräusche, Licht oder visuelle Eindrücke.
- Emotionale Instabilität - Auch Stimmungsschwankungen oder eine erhöhte Reizbarkeit können im Zusammenhang mit ADHS auftreten.
Sie möchten Ihre Symptome genauer einordnen?👉 Mehr dazu: Selbsttest für Erwachsene Habe ich ADHS?
Wie entsteht ADHS?
Die Entstehung von ADHS ist nicht vollständig geklärt. Die meisten Experten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken.
Dazu gehören unter anderem:
- genetische Einflüsse
- Veränderungen im Dopamin- und Noradrenalin-Stoffwechsel
- Entwicklungsfaktoren des Gehirns
- Umwelt- und Lebensstilfaktoren
In der medizinischen Forschung wird ADHS häufig mit Veränderungen in bestimmten Hirnnetzwerken in Verbindung gebracht, die für Aufmerksamkeit, Motivation und Impulskontrolle zuständig sind.
Ein wichtiger Punkt ist jedoch: Das Gehirn arbeitet nicht isoliert. Seine Funktion hängt auch von Energieversorgung, Stoffwechsel und Mikronährstoffen ab.
Biologische Faktoren, die bei ADHS eine Rolle spielen können
Neben neurochemischen Signalstoffen wird zunehmend diskutiert, ob auch stoffwechselbezogene Faktoren die Funktionsweise des Nervensystems beeinflussen können.
Dazu gehören beispielsweise:
- Energieproduktion der Nervenzellen
- Struktur der Zellmembranen
- Mikronährstoffstatus
- Blutzuckerregulation
- Schlafqualität
Diese Faktoren werden im medizinischen Alltag oft weniger beachtet, können aber im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung interessant sein.
Im folgenden Artikel gehe ich detaillierter auf diese Aspekte ein:
👉 ADHS verstehen - 6 biologische Faktoren
Zellenergie und Nervenzellstoffwechsel
Das menschliche Gehirn verbraucht etwa 20 Prozent der gesamten Energie des Körpers, obwohl es nur einen kleinen Teil der Körpermasse ausmacht.
Diese Energie wird in den Mitochondrien der Zellen erzeugt. Für diesen Prozess werden verschiedene Coenzyme und Nährstoffe benötigt.
Ein Beispiel ist Vitamin B3, das eine Vorstufe des Moleküls NAD (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist. NAD spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel der Zellen.
Ein stabiler Energiestoffwechsel ist besonders für Nervenzellen wichtig, da diese dauerhaft aktiv sind und ständig elektrische Signale verarbeiten.
Omega-3-Fettsäuren und Nervenzellmembranen
Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen im Gehirn.
Sie beeinflussen unter anderem:
- die Flexibilität der Nervenzellmembranen
- die Signalübertragung zwischen Nervenzellen
- entzündliche Prozesse im Gehirn
Einige Studien zeigen, dass bei manchen Menschen mit ADHS niedrigere Omega-3-Spiegel im Blut gefunden werden.
Eisen und Dopaminproduktion
Eisen ist nicht nur für den Sauerstofftransport im Blut wichtig, sondern auch für verschiedene enzymatische Prozesse im Gehirn.
Unter anderem spielt Eisen eine Rolle bei der Synthese von Dopamin, einem zentralen Neurotransmitter für Motivation und Aufmerksamkeit.
Ein häufig untersuchter Laborwert ist dabei Ferritin, der den Eisenspeicher des Körpers widerspiegelt.
Blutzucker und Gehirnenergie
Das Gehirn ist stark auf eine konstante Energieversorgung durch Glukose angewiesen.
Starke Schwankungen im Blutzuckerspiegel – zum Beispiel durch sehr zuckerreiche Mahlzeiten – können zu kurzfristigen Energieeinbrüchen führen.
Mögliche Folgen können sein:
- Konzentrationsprobleme
- Reizbarkeit
- mentale Erschöpfung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Protein, Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten kann helfen, den Blutzucker stabiler zu halten.
Schlaf und Regeneration des Gehirns
Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für die Regeneration des Nervensystems.
Während des Schlafs werden unter anderem:
- Gedächtnisinhalte verarbeitet
- Stoffwechselprodukte im Gehirn abgebaut
- neuronale Netzwerke stabilisiert
Schlafmangel kann sich direkt auf Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und emotionale Stabilität auswirken.
Bildschirmzeit und blaues Licht
Ein weiterer Faktor, der zunehmend diskutiert wird, ist die Wirkung von Bildschirmlicht auf den Schlafrhythmus.
Das blaue Licht von Smartphones, Tablets oder Computern kann die Produktion des Schlafhormons Melatonin beeinflussen.
Besonders bei intensiver Bildschirmnutzung am Abend kann dies das Einschlafen erschweren und den Schlafrhythmus verschieben.
ADHS ganzheitlich behandeln
ADHS ist eine komplexe neurologische Störung, bei der viele Faktoren zusammenwirken können.
Neben der klassischen neurochemischen Betrachtung kann es sinnvoll sein, auch andere Aspekte zu berücksichtigen:
- Ernährung
- Mikronährstoffe
- Stoffwechsel
- Schlaf
- Lebensstilfaktoren
Eine solche ganzheitliche Betrachtung ersetzt keine medizinische Diagnose oder Therapie, kann jedoch helfen, das Nervensystem besser zu verstehen.
Häufige Fragen zu ADHS
Gibt es einen Labortest für ADHS?
Nein. ADHS wird derzeit hauptsächlich anhand von Verhaltenskriterien diagnostiziert. Labortests können jedoch helfen, mögliche Begleitfaktoren wie Mikronährstoffmängel, Neurostressfaktoren, Blutzuckerregulation und epigenetische Einflüsse zu erkennen.
Kann Ernährung ADHS beeinflussen?
Ernährung kann Einfluss auf Blutzucker, Entzündungsprozesse und die Versorgung mit Mikronährstoffen haben. Diese Faktoren können wiederum die Funktion des Nervensystems beeinflussen.
Ist ADHS nur ein Dopaminproblem?
Dopamin spielt eine wichtige Rolle bei ADHS, doch das Gehirn ist ein komplexes System. Neben Neurotransmittern können auch Stoffwechsel- und Lebensstilfaktoren eine Rolle spielen.
ADHS ganzheitlich behandeln in Berlin
Wenn Sie unter Konzentrationsproblemen, innerer Unruhe oder mentaler Erschöpfung leiden oder bei sich ADHS vermuten, kann eine ganzheitliche medizinische Betrachtung sinnvoll sein.
In meiner Praxis als Heilpraktiker in Berlin-Schöneberg berücksichtige ich unter anderem:
- Ernährung und Blutzuckerregulation
- Mikronährstoffstatus
- Lebensstilfaktoren
- Stoffwechselprozesse
👉 Termin in der Praxis anfragen:https://rc-naturheilpraxis.de/kontakt
Naturheilpraxis Berlin
Am Lokdepot 9, 10965 Berlin – Praxis für funktionelle Medizin in Berlin-Schöneberg
Mobil: +49 (0)171 556 3898
Email: reinhard.clemens@gmail.com
